Park auf der Mercatorinsel

Presseartikel im Stadtpanorama

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Im Vordergrund die Rampe zur Treppe auf die Homberger Brücke, ganz im Hintergrund der Rohbau der ersten Logistikhalle. Das Parkgelände wird sich von der Rampe aus bis etwas hinter die Poseidon-Skulptur erstrecken. FOTO: Danielzik, Leuchter

„Den ‚Poseidon‘ richtig zur Geltung bringen“, dafür werde, so OB Link, der Park jetzt angelegt, und, das betonte er besonders: „Dass die Ruhrorter die Mercatorinsel wieder zurückbekommen.“ Aber natürlich nicht nur die Ruhrorter, sondern alle Duisburger und nach Möglichkeit auch internationale Gäste. Bei Duisport ist nämlich nach wie vor angedacht, einen zweiten Steiger für Flusskreuzfahrtschiffe anzulegen. „Derzeit reicht noch der Steiger an der Mühlenweide“, erklärte Hafenchef Erich Staake, „aber wir hoffen auf weitere Betreiber; eine entsprechende Infrastruktur wollen wir auch hier schaffen.“ Der zweite Steiger käme dann kurz vor den „Knick“ im Hafenmund, schräg gegenüber der Schifferbörse, wo auch die geplante Brücke für Fußgänger und Radfahrer anlanden soll und von wo aus dann eine breite, baumbestandene Promenade die Besucher zum Park führen soll.

 

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„Die Brücke wird etwas länger dauern“, so Staake. Mit der ehemaligen Landesregierung habe man sich darüber schon ins Benehmen gesetzt, an die neue soll noch in diesem Jahr der Förderantrag rausgehen. Die Investitionen für Brücke und Steiger lägen ungefähr bei drei Millionen Euro, so Staake.

Für den Park werden rund 450.000 Euro aufgewendet, die aus den Kommunalinvestitionsmitteln des Bundes für finanzschwache Kommunen („KIDU“) kommen. „Wir beginnen noch in diesem Jahr“, so OB Link. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte es noch geheißen, die Arbeiten müssten warten, weil der Teil der Mercatroinsel jenseits von Halle 1 noch für Vorarbeiten zum Neubau des OB-Lehr-Brückenzuges gebraucht würden. „Da haben wir eine andere Lösung gefunden“, so Erich Staake.“

Für den Park ist „kein Lustgarten“ geplant, so Reiner Leuchter vom beauftragten Landschaftsplanungsbüro Danielzik, Leuchter und Partner, aber eine Fläche, „die Lust auf Garten macht“. Es gehe vor allem darum, die Insel zugänglich zu machen. Die Rampe der Treppe soll ertüchtigt und dann freigegeben werden, von da führen 650 Meter Wege über die Parkfläche; zum Wasser hin werden Geländer für Schutz sorgen. „Wir werden keine Bodenbewegungen vornehmen“, so Leuchter. An einzelnen Stellen werden Bänke oder Drehliegen installiert und Papierkörbe aufgestellt. Grillplätze sind nicht geplant, aber, so Leuchter: „Wem wollen Sie das verbieten?“ Ein Dreieck südöstlich der Lüpertz-Skulptur „Echo des Poseidon“ wird mittels Sträuchern abgetrennt und bleibt dem Artenschutz vorbehalten, insbesondere den am Leinpfad und (hoffentlich) hier nistenden Schwalben.

„Rundherum wird das eine gute, schöne Sache werden“, findet Erich Staake, der außerdem ankündigt, dass die Logistikhallen möglichst maritim gestaltet werden sollen. Reiner Leuchter erinnerte daran, dass am Wochenende 25 Jahre Rheinorange gefeiert wurden und mit der Landmarke, dem Park und Lüpertz‘ Poseidon „ein gewisser Kunstraum“ entstehe – zumal, wenn man sich vorstelle, dass die Mercator- bzw. damals eben noch „Erzinsel“ bis vor 18 Jahren „komplett rostbraun“ gewesen sei. Erich Staake darauf: „Damals haben die Ruhrorter das geliebt.“

(Niederrhein Verlag GmbH)
Unsere Meinung dazu?

Für den Park werden rund 450.000 Euro aufgewendet, die aus den Kommunalinvestitionsmitteln des Bundes für finanzschwache Kommunen („KIDU“) kommen. Da lässt sich die Hafengesellschaft auch noch die Ausgleichsflächen, die für den Bau der Halle 1 ( und vielleicht Halle 2) erforderlich sind, noch von unseren Steuergeldern bezahlen. Jeder Bauherr, der einen Eingriff in die Landschaft vornimmt ( zB. ein Haus/Halle baut) muss entsprechende ökologische Ausgleichsflächen schaffen. Leider ist es so, das die jetzige Fläche (trotz regelmäßigem Mähens seitens der Hafengesellschaft) sich doch zu einem sehr interessanten Biotop mit Ruderalpflanzen entwickelt hat. Die Mehlschwalben ( die Ihre Nester an den Fassaden der Häuser am Leinpfad bauen) sammeln ihren erforderlichen nassen Lehm aus den temporären Pfützen auf der Insel; der Flussregenpfeifer wollte dieses Jahr wieder dort brüten- ist aber durch die Baustelle halle 1 und die Planierarbeiten vertrieben worden; nun der Gesetzgeber schreibt darüber, das derartige „Natur auf Zeit“ Flächen leider keinem besonderem Schutz unterliegen und jederzeit planiert werden dürfen, sofern die ursprüngliche Nutzung (oder Bebauungsplan) dies zulässt.

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Bilder: Flussregenpfeifer und Blumen auf Mercatorinsel

Fatal für den Flussregenpfeifer- der keine Sträucher mag, sondern offene, sandig/steinige Ruderalflächen bevorzugt. Schade für die Mehlschwalben. Mal sehen, ob und wie die nun an Ihre Insekten aus den reichblühenden Ruderalflächen herankommen und ihren Lehm zum Nestbau finden. Viellicht auf dem Dach der Halle2? und 450.000 € sind ja nicht viel: Einzäunung, ein paar Mülleimer und 650 m befestigter Weg und schon ist das Geld weg. Zumindest bleibt der Rheinblick dort erhalten. ist nur fraglich, ob wohl jemals eine Fußgängerbrücke kommt?

Und welcher Kreuzfahrer möchte im Schatten einer riesigen Logistikhalle anlegen? Wo Tag und Nacht LKW beladen werden? Aber- was interessiert uns unser Geschwätz von gestern? Masterplan war 2008! Heute sind Wahlen! und bis zu 500 Arbeitsplätze sind es jetzt laut OB Link. Irgendwie sind die sich nicht einig wieviele das nun werden sollen.

Vielleicht meinen die auch die hochbezahlten Nebenjobs? Ich frage mich, wielange unsere neue Landesregierung den Spuk noch mitmacht. Als Hauptgesellschafter der Hafengesellschaft trägt das Land NRW Verantwortung- nicht nur dafür, wo unsere Steuergelder versenkt werden. Warten wir mal ab wie so eine „maritime“ Hallengestaltung aussehen soll. Vielleicht mit ein paar draufgemalten Seesternen?

Dirk Lechtenberg

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