Verkehrssituation eine Katastrophe

Ruhrorter fürchten Leben im Stau

WAZ Artikel vom 18.10.2017

Jetzt schon eine Katastrophe- und dann soll noch eine Logistikhalle in Ruhrort gebaut werden, die diese Situation durch an – und abfahrende LKW verschärft?

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Daran haben die Ruhrorter sich gewöhnt: Als im Mai die A 59 gesperrt war, ging nichts mehr. Fotos:Tanja Pickartz/Archiv

Den vollständigen Artikel lesen Sie hier: https://www.waz.de/staedte/duisburg/nord/ruhrorter-fuerchten-leben-im-stau-id212277441.html

 

Tolle Perspektive!

picture-151183385Foto:Danielzik + Leuchter

Tolle Perspektive!

Endlich ist es soweit! Die seit 2008 mit großer Bürgerbeteiligung erstellten Planungen zur Gestaltung der Mercatorinsel werden nun endlich wahr! Oder doch nicht?

Was den Duisburger Bürgern und Bürgerinnen hier als zukünftiges Highlight verkauft wird, ist wohl eher eine nette Wahlkampfaktion unseres OB Link.

 

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Übersichtsplan: Links im Bild der neue Park mit Poseidon Statue. Rechts die angeschüttete Fläche mit eingezeichneter Halle 2 in blau. Insgesamt ist die Mercatorinsel ( von der Spitze bis zum Hafenmund) etwa 110.000 qm groß.

Eine tolle Mogelpackung, das die Pressekonferenz aus der Perspektive der Ecke am Hafenmund  ( also auf der angeschütteten Fläche) stattgefunden hat; auch das Video im WAZ Artikel zeigt die gesamte Fläche der Mercatorinsel und erweckt den Eindruck, das die gesamte Fläche als Parkfläche ausgewiesen werden soll.

Tolles Marketing! Schade nur, das ein fader Nachgeschmack verbleibt, wenn wir uns die ursprünglichen Gestaltungsplanungen aus dem Gestaltungswettbewerb im Jahre 2009 dagegen anschauen…

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Bilder: Wettbewerbsbilder aus dem Gestaltungswettbewerb 2009

Mit 25.000 qm Parkfläche sind dies weniger als ein viertel der Mercatorinsel!

20.000 qm ( als gesetzliche geforderte ökologische Ausgleichsfläche) bleiben Gott sei Dank ebenfalls unbebaut.

Aber mehr als die Hälfte der Mercatorinsel – rund 50.000 qm –  sollen laut Plan mit einer großen Logistikhalle und Straßenflächen verbaut werden!

 

Park auf der Mercatorinsel

Presseartikel im Stadtpanorama

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Im Vordergrund die Rampe zur Treppe auf die Homberger Brücke, ganz im Hintergrund der Rohbau der ersten Logistikhalle. Das Parkgelände wird sich von der Rampe aus bis etwas hinter die Poseidon-Skulptur erstrecken. FOTO: Danielzik, Leuchter

„Den ‚Poseidon‘ richtig zur Geltung bringen“, dafür werde, so OB Link, der Park jetzt angelegt, und, das betonte er besonders: „Dass die Ruhrorter die Mercatorinsel wieder zurückbekommen.“ Aber natürlich nicht nur die Ruhrorter, sondern alle Duisburger und nach Möglichkeit auch internationale Gäste. Bei Duisport ist nämlich nach wie vor angedacht, einen zweiten Steiger für Flusskreuzfahrtschiffe anzulegen. „Derzeit reicht noch der Steiger an der Mühlenweide“, erklärte Hafenchef Erich Staake, „aber wir hoffen auf weitere Betreiber; eine entsprechende Infrastruktur wollen wir auch hier schaffen.“ Der zweite Steiger käme dann kurz vor den „Knick“ im Hafenmund, schräg gegenüber der Schifferbörse, wo auch die geplante Brücke für Fußgänger und Radfahrer anlanden soll und von wo aus dann eine breite, baumbestandene Promenade die Besucher zum Park führen soll.

 

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„Die Brücke wird etwas länger dauern“, so Staake. Mit der ehemaligen Landesregierung habe man sich darüber schon ins Benehmen gesetzt, an die neue soll noch in diesem Jahr der Förderantrag rausgehen. Die Investitionen für Brücke und Steiger lägen ungefähr bei drei Millionen Euro, so Staake.

Für den Park werden rund 450.000 Euro aufgewendet, die aus den Kommunalinvestitionsmitteln des Bundes für finanzschwache Kommunen („KIDU“) kommen. „Wir beginnen noch in diesem Jahr“, so OB Link. Zu einem früheren Zeitpunkt hatte es noch geheißen, die Arbeiten müssten warten, weil der Teil der Mercatroinsel jenseits von Halle 1 noch für Vorarbeiten zum Neubau des OB-Lehr-Brückenzuges gebraucht würden. „Da haben wir eine andere Lösung gefunden“, so Erich Staake.“

Für den Park ist „kein Lustgarten“ geplant, so Reiner Leuchter vom beauftragten Landschaftsplanungsbüro Danielzik, Leuchter und Partner, aber eine Fläche, „die Lust auf Garten macht“. Es gehe vor allem darum, die Insel zugänglich zu machen. Die Rampe der Treppe soll ertüchtigt und dann freigegeben werden, von da führen 650 Meter Wege über die Parkfläche; zum Wasser hin werden Geländer für Schutz sorgen. „Wir werden keine Bodenbewegungen vornehmen“, so Leuchter. An einzelnen Stellen werden Bänke oder Drehliegen installiert und Papierkörbe aufgestellt. Grillplätze sind nicht geplant, aber, so Leuchter: „Wem wollen Sie das verbieten?“ Ein Dreieck südöstlich der Lüpertz-Skulptur „Echo des Poseidon“ wird mittels Sträuchern abgetrennt und bleibt dem Artenschutz vorbehalten, insbesondere den am Leinpfad und (hoffentlich) hier nistenden Schwalben.

„Rundherum wird das eine gute, schöne Sache werden“, findet Erich Staake, der außerdem ankündigt, dass die Logistikhallen möglichst maritim gestaltet werden sollen. Reiner Leuchter erinnerte daran, dass am Wochenende 25 Jahre Rheinorange gefeiert wurden und mit der Landmarke, dem Park und Lüpertz‘ Poseidon „ein gewisser Kunstraum“ entstehe – zumal, wenn man sich vorstelle, dass die Mercator- bzw. damals eben noch „Erzinsel“ bis vor 18 Jahren „komplett rostbraun“ gewesen sei. Erich Staake darauf: „Damals haben die Ruhrorter das geliebt.“

(Niederrhein Verlag GmbH)
Unsere Meinung dazu?

Für den Park werden rund 450.000 Euro aufgewendet, die aus den Kommunalinvestitionsmitteln des Bundes für finanzschwache Kommunen („KIDU“) kommen. Da lässt sich die Hafengesellschaft auch noch die Ausgleichsflächen, die für den Bau der Halle 1 ( und vielleicht Halle 2) erforderlich sind, noch von unseren Steuergeldern bezahlen. Jeder Bauherr, der einen Eingriff in die Landschaft vornimmt ( zB. ein Haus/Halle baut) muss entsprechende ökologische Ausgleichsflächen schaffen. Leider ist es so, das die jetzige Fläche (trotz regelmäßigem Mähens seitens der Hafengesellschaft) sich doch zu einem sehr interessanten Biotop mit Ruderalpflanzen entwickelt hat. Die Mehlschwalben ( die Ihre Nester an den Fassaden der Häuser am Leinpfad bauen) sammeln ihren erforderlichen nassen Lehm aus den temporären Pfützen auf der Insel; der Flussregenpfeifer wollte dieses Jahr wieder dort brüten- ist aber durch die Baustelle halle 1 und die Planierarbeiten vertrieben worden; nun der Gesetzgeber schreibt darüber, das derartige „Natur auf Zeit“ Flächen leider keinem besonderem Schutz unterliegen und jederzeit planiert werden dürfen, sofern die ursprüngliche Nutzung (oder Bebauungsplan) dies zulässt.

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Bilder: Flussregenpfeifer und Blumen auf Mercatorinsel

Fatal für den Flussregenpfeifer- der keine Sträucher mag, sondern offene, sandig/steinige Ruderalflächen bevorzugt. Schade für die Mehlschwalben. Mal sehen, ob und wie die nun an Ihre Insekten aus den reichblühenden Ruderalflächen herankommen und ihren Lehm zum Nestbau finden. Viellicht auf dem Dach der Halle2? und 450.000 € sind ja nicht viel: Einzäunung, ein paar Mülleimer und 650 m befestigter Weg und schon ist das Geld weg. Zumindest bleibt der Rheinblick dort erhalten. ist nur fraglich, ob wohl jemals eine Fußgängerbrücke kommt?

Und welcher Kreuzfahrer möchte im Schatten einer riesigen Logistikhalle anlegen? Wo Tag und Nacht LKW beladen werden? Aber- was interessiert uns unser Geschwätz von gestern? Masterplan war 2008! Heute sind Wahlen! und bis zu 500 Arbeitsplätze sind es jetzt laut OB Link. Irgendwie sind die sich nicht einig wieviele das nun werden sollen.

Vielleicht meinen die auch die hochbezahlten Nebenjobs? Ich frage mich, wielange unsere neue Landesregierung den Spuk noch mitmacht. Als Hauptgesellschafter der Hafengesellschaft trägt das Land NRW Verantwortung- nicht nur dafür, wo unsere Steuergelder versenkt werden. Warten wir mal ab wie so eine „maritime“ Hallengestaltung aussehen soll. Vielleicht mit ein paar draufgemalten Seesternen?

Dirk Lechtenberg

Radio Duisburg

Auf der Mercatorinsel wird noch eine zweite Logistikhalle gebaut – viele Ruhrorter sind dagegen und sammeln jetzt Unterschriften. Beim Hafenfest sind in wenigen Stunden schon mehr als 1.000 zusammen gekommen. Initiator Dirk Lechtenberg vom Runden Tisch will nicht, dass wir Duisburger in Ruhrort bald gegen eine Betonwand gucken. Er plant jetzt eine Bürgerversammlung und ein Gespräch mit der Landesregierung. Anwälte prüfen außerdem, ob weitere rechtliche Schritte möglich sind.

WAZ Artikel

Duisburg.   Plakat- und Unterschriftenkampagne gegen die weitere Bebauung der Mercatorinsel. Mit der Aussicht auf die Rheinorange wäre es dann vorbei.

„Wenn Menschen mit Weitsicht entscheiden“, steht auf dem Plakat, und der geneigte Betrachter blickt auf eine aufragende Betonwand. Beim Hafenfest haben Dirk Lechtenberg vom Runden Tisch Ruhrort und Wolfgang van Ackeren von der Kulturwerft Unterschriften gegen die geplante zweite Halle auf der Mercatorinsel gesammelt. „Innerhalb von ein paar Stunden sind mehr als 1000 Unterschriften zusammengekommen. Die meisten Leute können sich nicht vorstellen, dass sie künftig vor eine Wand gucken sollen.“ Ganz zu schweigen von der Aussicht auf die Rheinorange, die dadurch auch verbaut wäre. Dabei sei Ruhrort ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste, die von außerhalb kommen und das Flair in dem Stadtteil an Rhein und Ruhr schätzen. Mit Unterstützung der anderen Ruhrorter und Duisburger wollen die beiden einen Einwohnerantrag einreichen – oder gar ein Bürgerbegehren starten. Vor der Oberbürgermeisterwahl am 24. September soll noch eine Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der Stadt stattfinden.

Dirk Lechtenberg schaut aus dem Fenster seines Büros. Regelmäßig dreht das Ausflugsschiff „Rheinfels“ seine Runde. Der Tourismus habe Ruhrort in den vergangenen Jahren belebt. Wolfgang van Ackeren, der sich für das Kreativquartier im Lokal Harmonie engagiert, erklärt: „Uns wird von Kulturinstituten immer wieder gesagt, dass wir die Aufenthaltsqualität von Ruhrort steigern sollen. Wo kann man denn hier hingehen, außer vielleicht in den Anker, zum Kultkiosk oder in den Hübi?“ Er fragt: „Warum wurde eigentlich der Masterplan Ruhrort seinerzeit aufgelegt?“ Demnach solle der Stadtteil zu einem „lebenswerten Wohnquartier“ entwickelt werden, in dem es „attraktive Freiheit- und Kulturangebote“ gibt, aber auch neue Arbeitswelten am Wasser entstehen.

Stadt verweist auf Masterplan

Die Stadt erklärt dazu: „Bei der Mercatorinsel handelt es sich um Hafenfläche. Die Logistiknutzung wurde auch im Masterplan vorgesehen auf Grund der guten verkehrlichen Anbindung an das Straßennetz, an Wasserstraßen und an das Schienennetz. Derart verfügbare und verkehrsgünstig gelegene Flächen sind für die vorgesehene Nutzung anderorts nicht vorhanden.“ Dabei befürchten die Ruhrorter auch eine Zunahme des Lkw-Verkehrs in dem Stadtteil. Die Stadt entgegnet: Die Entwicklung sei ganz im Sinne des Masterplan Ruhrorts aus dem Jahr 2009 – der Standort liege in unmittelbarer Nähe bestehender Container-Umschlaganlagen. Der trimodale Umschlag, Straße, Schiene, Schiff sei gegeben.

Immerhin sei eine Grünfläche an der Nordseite der Mercatorinsel geplant. Die darf übrigens nicht bebaut werden – sie gilt als Überschwemmungsgebiet.

>>REGELUNG DER GEMEINDEORDNUNG

Für ein Bürgerbegehren liegt das Quorum bei knapp 11 000 Stimmen, bei einem Einwohnerantrag bei 8 000 Stimmen.

Auf Nachfrage der WAZ teilt die Stadt allerdings mit: „Gemäß Paragraf 26 Abs. 5 Nr. 5 Gemeindeordnung NRW ist ein Bürgerbegehren über die Aufstellung und die Aufhebung von Bauleitplänen mit Ausnahme der Entscheidung über die Einleitung des Bauleitplanverfahrens unzulässig.

Es gebe allerdings noch einen zweiten Grund, der ein Bürgerbegehren ausschließe, heißt es von der Stadt: „Gemäß § 26 Abs. 3 S. 1 GO NRW muss ein Bürgerbegehren gegen einen Beschluss des Rates, der der Bekanntmachung bedarf, innerhalb von sechs Wochen nach der Bekanntmachung eingereicht sein. Der Beschluss des Rates vom 1. Februar 2010 ist am 28. Februar im Amtsblatt der Stadt Duisburg bekannt gemacht worden. Die Einreichungsfrist für ein Bürgerbegehren endete am 11. April 2017. Heute ist ein Bürgerbegehren